"Kosmologie", abstrakte Malerei von Juliane Wanner

Kunst-Ausstellung von Juliane Wanner "Kosmologie"

So, 15.3.2020 - So, 27.9.2020 jeweils 9-19 Uhr

Juliane Wanner und Frank Witzel verwirklichten schon 2008 im Evang. Forum Annahof in Augsburg die Kunst-Ausstellung "Vom Eisen zu Gold". Sie als Künstlerin, er als Pfarrer bearbeiteten das Motiv der Verwandlung in der Kunst, der Alchemie, der Botschaft der Auferstehung und der Therapie. Beide teilen neben der Liebe zur Kunst den traumatherapeutischen Blick auf Ressourcen und Veränderungen. 

Juliane Wanner in ihrem Atelier

Das neue Ausstellungsprojekt mit der therapeutisch arbeitenden Augsburger Künstlerin nähert sich unter dem Titel "Kosmologie" der Verarbeitung der Symbolkraft verschiedener Baumarten und der Symbole der Tierkreiszeichen.

Ahorn In der abstrakten Malerei von Juliane Wanner wird ein Dialog geführt. Anteil daran haben neben den Tierkreiszeichen und den Motiven der tiefenpsychologischen Archetypen auch die mystische Anknüpfungspunkte in der Theologie der Alten Kirche.

Neben dem Kirchenvater Origenes gibt es weitere Theologen der Alten Kirche, die an die antike "Logos-Lehre" anknüpfen und eine "Logos-Christologie" entwickeln. Impulsgeber dabei war Philo von Alexandrien im jüdisch-hellenistischen und der Evangelist Johannes mit seinem Prolog als Weihnachts-Intro im christlichen Bereich. Nicht zufüllig spielt auch der Stern von Bethlehem eine Schlüsselrolle in der Weihnachtserzählung ...

Der "Logos" bezeichnet in der altkirchlichen Kosmologie bzw. Schöpfungs- und Erlösungslehre das "Wort" (Gottes) als auch die in der Welt eingeimpfte "Vernunft" als inneres Gestaltungsprinzip der gesamten Schöpfung. Beide Aspekte werden durch Johannes und die Theologen der Alten Kirche mit Christus ineins gesetzt. Von da aus ist es nicht mehr weit zu dem Gedanken, dass die Ordnungsstruktur im gesamten Universum, im Himmel wie auf Erden, in der Schöpfung, ähnlich sein muss. Sie ist auf Christus gegründet, dem "realen Wort der Liebe Gottes". Das sogenannte "hermetische Prinzip", das z.B. übersetzt wird mit "wie oben, so unten" wird durch die Logos-Theologie denk- und vorstellbar. Naheliegend war und ist es darum, die Welt der Sterne mit den christlichen Zeichen und Symbole in ein Gespräch zu bringen:

Wie können wir Jesus Christus als "Schöpfungsmittler", als Mensch und Gott, der bei der Schöpfung schon dabei und aktiv war, denken?

Können wir über den großen, tiefen, weiten, "garstigen Graben" (Gotthold E. Lessing) springen, der unser Denken von dem Denken der Antike unterscheidet?

Welche Rolle kann Kunst dabei spielen?

Wie finden wir Zugang zu der Einsicht, dass wir alle Schöpung inmitten von Schöpfung sind - und darum ein Teil von allem?

Wie können wir in unserem Denken, Fühlen und Handeln dieser grundsätzlichen Zusammengehörigkeit und durch Gott gestifteten Harmonie entsprechen?

Wir versuchen hier auch, ein Gespräch zu entwickeln, um die spirituellen Quellen der Antike und der Patristik besonders für gegenwärtiges ethisches Handeln zu entdecken. Wir haben das konstruktive Vorurteil, dass der künstlerische Ausdruck uns und der ganzen Welt zum Guten hilft. Diese Welt will sowohl als unfassbarer Kosmos und zugleich als zarte Heimat, die selbstverständlich geschützt wird, wahrgenommen werden. Sie will das, weil sie Gottes gute Schöpfung ist - "oben wie unten". Wollen wir das auch?

Diese Fragen werden getragen von dem grundlegenden Bekenntnis:

- Gott ist als Schöpfer und Erlöser einer.

- Schöpfung und Erlösung gehören darum zusammen.

- Gott ist treu und führt seine Schöpfung zu dem Ziel, für welches er sie durch Liebe ins Leben gerufen hat.

Diese Fragen beschäftigten die Theologen (Kirchenväter) der Alten Kirche. Ihre Weisheit brauchen wir heute, um Kraft zu schöpfen für das ethische Handeln in den Herausforderungen der Gegenwart.

Herzlich, Ihr Pfarrer Frank Witzel

Zur Künstlerin Juliane Wanner siehe auch: www.kunst-therapie-julianewanner.de

Ihre Arbeiten nutzen auch Hinweise zu den sogenannten Archetypen, um den Gedanken der harmonischen Entsprechung auch auf das menschliche Seelenleben anzuwenden. Die Archetypenlehre geht auf den Psychoanalytiker Carl Gustav Jung zurück, der sich wiederum vom Bilderschatz der Religionen und Kulturen und von den Rollen, die Menschen darin einnehmen, inspirieren ließ. Seine 12 Archetypen wurden in unzähligen Varianten interpretiert und erweitert. Dabei ist der Prozess, sich mit den Bedeutungen der Bilder auseinanderzusetzen, als das eigentlich produktive Element anzusehen. Die Bilderwelt der Bibel wird im Gespräch mit der Archetypenlehre in neuer Weise lehrreich und erhellend.

Texte der Ausstellung siehe Download unten.

traumapädagogische Impulse zu Kunstwerken der Ausstellung auf YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=YQJenCuUxJE

https://www.youtube.com/watch?v=pW5yxtwEj64&t=1s

einführende Impulse zur Ausstellung und Rundgang auf YouTube:

https://www.youtube.com/watch?v=kH-oNPnxE3w&feature=youtu.be

https://www.youtube.com/watch?v=UuO3-RuwhrE&t=7s

https://www.youtube.com/watch?v=gth8YgtwEjQ

Grundsätzliches zum Verhältnis von Kunst, Traumatherapie und Glaube:

https://www.youtube.com/watch?v=bfEPc5VATRg

persönlicher Blog von Frank Witzel mit Einträgen zur Ausstellung:

https://medium.com/@frank.witzel62