Manila

„Unser“ Kinderheim in Manila auf den Philippinen

Am 3.3.2013 wurde Frank Witzel in Hirschegg als Pfarrer eingeführt. Genau in dieser Zeit erfuhr er von Familie Fröschle aus Mittelberg auch schon von den persönlichen Beziehungen zur „Christlichen-Philippinen-Initative“ e.V. (CPI), die ein Kinderheim in den Slums von Manila aufgebaut hat und betreut. Sofort war da Einklang: Dieses Projekt wird weiterhin unterstützt. Es ist gut, als Kirchengemeinde „über den Tellerrand zu schauen“.

Lena Fröschle hat das Kinderheim in Manila besucht. Pfarrer Immanuel Kögler leitet die Christliche-Phillipinen-Initiative ehrenamtlich. Pfarrer Frank Witzel ist im Gespräch mit ihnen:

Frank Witzel: „Wir teilen die Gaben am Ausgang des Gottesdienstes oft hälftig für die Aufgaben der eigenen Gemeinde und für „unser“ Kinderheim. Ich finde es gut. Kinder! Gott wird Kind. Weihnachten! Außerdem taufen wir kleine Kinder. Wir haben Verantwortung für sie. Und die Zukunft der Kinder dieser Welt ist unteilbar. Lena, du hast das Projekt in Manila im Jahr 2011 besucht. Was hast du dort erfahren und wie ging es dir?“

Lena Fröschle: „Die zwei Wochen in Manila waren sehr ereignisreich. Die Menschen versuchen, trotz ihren nicht einfachen Lebensumständen eine heile Welt aufzubauen. Das Leben ist für die Slumbewohner extrem hart und von grenzenloser Armut geprägt. Oft reichen die Lebensmittel nicht aus und Kinder bekommen nur etwas Milch zum Frühstück bevor es in die Schule geht. Für den restlichen Tag muss dann eine Portion Reis ausreichen. Wenn die Eltern es sich nicht leisten können, ihre Kinder in die Schule zu schicken, dann „hängen sie auf der Straße rum“, sammeln Müll oder schnuppern Klebstoff. Gerade da setzt auch CPI an: Kindern wird der Zugang zur Bildung ermöglicht und damit einen Ausweg aus der Hoffnungslosigkeit aufgezeigt. Gleichzeitig dürfen sie die Kraft des Glaubens an einen guten Vater im Himmel erleben, der sie bedingungslos liebt und einzigartig geschaffen hat. Die Zeit dort war für mich sehr wertvoll und hat mir noch einmal verdeutlicht, wie wir alle in der Verantwortung für die Menschen egal welcher Herkunft in dieser Welt stehen.“

Frank Witzel: „Und was findest du an diesem Projekt besonders gut und unterstützenswert?“

Lena Fröschle: „Besonders gut finde ich, dass die Hilfe direkt bei den Menschen ankommt. Es wird kein Geld verschwendet und die Mitarbeiter vor Ort haben ein echtes Interesse an den Slumbewohnern. Den Straßenkindern wird Mut gemacht, sie werden wertgeschätzt und gefördert. Des Weiteren arbeitet CPI ganzheitlich und bezieht auch die Eltern bei ihrer Arbeit mit ein.“

Frank Witzel: „Imanuel, du bist ein alter Freund aus der Heimatgemeinde von Ernst Fröschle, evangelischer Pfarrer und ehrenamtlicher Vorsitzender von CPI. Wie bist du ganz persönlich dazu gekommen?“

Imanuel Kögler: „1988 war ich zusammen mit meiner Frau auf einer Südostasienreise. Wir wollten Einsatzmöglichkeiten für „Kurzzeitler“ erkunden. Damals gab es das noch nicht. Wir kamen in Kontakt mit dem neu gegründeten Straßenkinderprojekt in Manila und übernahmen 2 Patenkinder, um auch unseren eigenen Kindern nahezubringen, wie es Kindern in anderen Ländern geht. Wir erzählten Freunden und Verwandten davon. Immer mehr wollten dann ebenfalls ein Straßenkind unterstützen. Dann unternahmen wir „Schnuppermissionseinsatze“ für junge Leute auf den Philippinen. Der Spenderkreis wuchs. Schließlich gründeten wir 1993 einen Verein, den ich seither leite.“

Frank Witzel: „Was ist aus deiner Sicht das ganz besondere an diesem Projekt?“

Imanuel Kögler: „Wir verbinden in dem Projekt die akute Nothilfe für Straßenkinder mit der präventiven Hilfe für Schulpatenschaften und einer geistlich-missionarischen Arbeit. In unserem Kinderheim bekommen Straßenkinder eine 24 Stunden Betreuung. Das Heim wird für sie zu einer Art Ersatzfamilie. Sie erfahren Angenommensein und lernen Verantwortung zu übernehmen. Die Kinder für Schulpatenschaften kommen aus sehr armen, aber noch intakten Familien. Die Unterstützung gibt ihnen die Chance, aus dem Teufelskreis der Armut auszubrechen und ein menschenwürdiges Leben führen zu können. Die beste Botschaft für diese verachteten und oft missbrauchten Kinder ist das Evangelium von dem Gott, der Kind wurde, um Kinder und Erwachsene zu retten. Was für ein Fest ist es, wenn solche Kinder ihren himmlischen Vater kennenlernen, der sie liebt, ihnen vergibt und ihnen Halt und Orientierung in ihrem Leben gibt.“

Frank Witzel: „Dank an euch beide! Ich finde es besonders gut, das CPI einen langen Atem hat und, soviel ich weiß, seine Arbeit hervorragend gut sozialpädagogisch fundiert. Sehr gefreut hat mich zu hören, das ehemalige und erwachsen gewordenen Kinder des Heims nun selbst Verantwortung für die derzeitigen Kinder im Heim übernehmen. Seid behütet und weiterhin gutes Gelingen!“

www.cpi-ph.de

downloads: http://www.cpi-ph.de/cms/index.php/component/jdownloads/viewcategories

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